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Sprachen lernen rund um den Globus

Abenteuer Im 21. Jahrhundert nur eine Sprache zu sprechen, ist in der Schweiz beinahe undenkbar. Immer mehr Sprachschulen haben es sich zum Ziel gemacht, Schüler und Erwachsene in fremde Länder zu bringen, um ihre Sprachkenntnisse aufzubessern. Welche Destinationen bei welcher Zielgruppe anklang finden, hat «Reisen» herausgefunden.

Matthias Mehl

Blättert man den Stellenanzeiger durch, ist es offensichtlich: Fremdsprachen sind gefragter den je. Gefördert werden die Sprachkenntnisse seit ein paar Jahren schon bei den Kleinsten – bedenkt man, dass bereits Dreijährige mit Frühenglisch beginnen. Was aber, wenn man nicht zur 2000-Generation gehört, English nur im regulären Sekundarschulunterricht hatte oder wenn man eine zusätzliche Sprache wie Spanisch oder Italienisch erlernen will?

 

Vermehrt wollen Manager ihre Sprachkompetenz erhöhen.

 

Reisen und Lernen verbinden

Endlich, das Schuljahr ist vorbei und die langen Sommerferien stehen an. Alle Prüfungen sind geschrieben und es wartet eine spannende Zeit voller Spass und Erholung. Im Hinterkopf sitz aber immer der Gedanke, doch etwas Sinnvolles in der Ferien tun zu müssen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man seine Sprachkenntnisse verbessern würde? Nun stellt sich die Frage: lernen oder Spass haben? Das Gute ist, dass muss sich gar nicht entscheiden muss. Viele Sprachschulen bieten Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene an, welche lehrreich sind gleichzeitig einen hohen Spassfaktor garantieren. Diverse Sprachreisenanbieter offerieren ganze Rundum-Pakete für die Jugendlichen. Darin beinhaltet sind: Flug, Transfer, Aufenthalt in einer Gastfamilie oder auf dem Campus, Einzel- oder Gruppenunterricht sowie ein spannendes Rahmenprogramm. Sei es Surfunterricht auf Hawaii oder organisierte Stadttouren in den Vereinigten Staaten, die Jugendlichen verbessern definitiv nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse. Experten und Austauschstudenten selbst bestätigen diese Erkenntnisse. Sie betonen, dass vor allem die Sozialkompetenz während eines solchen Aufenthalts stark gefördert wird. Die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen sowie ein komplett neues Umfeld begünstigen diese Veränderungen. Will man möglichst effizient eine Sprache erlernen, empfehlen Experten, Zeit in einer Gastfamilie zu verbringen. Die permanente Auseinadersetzung mit der Fremdsprache fördert die Lernfortschritte massgeblich. Entscheidet man sich trotzdem für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim auf dem Campus, lernt man ebenfalls viel und ist zusätzlich mit Gleichgesinnten unter einem Dach.

 

Wie schon zu vermuten ist, wollen die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsene ihre Englischkenntnisse verbessern. Destinationen wie Malta oder Australien sind hier ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Welches Land man gerne besuchen möchte, ist meist abhängig von Zeit, Geld und persönlichen Interessen.

 

Wenn die Geschäftselite lernt
Der Trend, dass nur Jugendliche sich ins Ausland begeben um eine Fremdsprache zu erlernen, ist längst vorbei. Manager und Führungskräfte sind vermehrt darin interessiert, im Ausland ihre Sprachfähigkeiten zu verbessern. Begeben sich gestandene Geschäftsmänner- und Frauen ins Ausland an eine Sprachschule, steht die Effizienz im Vordergrund. Die Institutionen werden gefordert, den Teilnehmern Einzel- und Gruppenkurse anzubieten, in welchen sie möglichst schnell viel Nützliches für den Geschäftsalltag lernen. Es gibt sogar branchenspezifische Angebote.

 

Der Spassfaktor rückt bei einem Aufenthalt dieser Art etwas in den Hintergrund. Aus diesem Grund bevorzugen Führungskräfte tendenziell ruhigere Destinationen. England ist bei den Geschäftsleuten ein sehr beliebtes Reiseziel.

 

Ebenfalls bietet es sich an, nach den regulären Unterrichtszeiten «Networking» zu betreiben. Neue geschäftliche Kontakte zu internationale Unternehmen zu knüpfen, ist ein zusätzlicher Pluspunkt für jede Führungskraft.

 

Mit 50+ die Sprachkenntnisse verbessern

Das Angebot an spezifischen Sprachschulen ist mit den Kursen für Jugendliche und für Führungskräfte noch nicht ausgeschöpft. Speziell für Senioren bzw. für Personen ab dem 50. Lebensjahr gibt es Angebote aller Art. Im Vordergrund stehen bei diesen Angeboten das Erlernen einer neuen Sprache aber auch das Erleben sozialer und kultureller Aktivitäten im jeweiligen Land. Man erhält die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen eine interessante und lehrreiche Zeit zu verbringen. Senioren wollen aber nicht wie die Jugendlichen und Geschäftsleute in erster Linie Englisch lernen. Sie interessieren sich mehr für romanische Sprachen wie Italienisch oder Spanisch. Überraschend ist, dass unsere zweite Landessprache Französisch immer mehr an Beliebtheit verliert.

 

Grammatikalische Grundlagen sind unabdingbar, um eine Sprache zu erlernen. Es ist aber bewiesen, dass die aktive Anwendung einer Sprache den Lernfortschritt enorm fördert. Aus diesem Grund gibt es, ergänzend zu den ganzen Sprachschulangeboten, das Kombipaket «work and study». Man erhält hierbei die Möglichkeit, Seite an Seite mit den Einheimischen zu arbeiten und die Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Am Morgen wird in der Schule gelernt, am Nachmittag arbeitet man beim Schneider um die Ecke. Diese Verbindung aus Schule und Job ist die ideale Möglichkeit, um alle Vorteile eines internationalen Austauschs zu geniessen.